Das Thema Content-Management-Systeme lässt mich momentan nicht ganz los. Da ich einen Relaunch meines derzeit präsentationslosen Radioarchivs plane, bin ich mal wieder auf der Suche nach einem geeigneten CMS. Vor der Kündigung meiner alten Domain habe ich mein Radioarchiv als Community mit PHP-Fusion betrieben, was sich aber als weitgehend überflüssig erwiesen hat. Zudem bin ich von PHP-Fusion mittlerweile nicht mehr so begeistert wie zum Anfang. Deshalb nun der Relaunch als reine Inhalts-Webseite ohne überflüssige Community-Funktionen.
Einfacher Plan, jedoch schwierig in der Umsetzung. Allein durch Beschreibungen und Reviews aus hunderten von Angeboten das passende CMS zu finden ist nahezu unmöglich, wie ein Blick auf einige Systeme verrät. Reine Content-Management-Systeme ohne Community-Funktionen (Foren, Umfragen, Blogs etc) sind selten geworden.
Hinzu kommen die reichlich unkreativen Umschreibungen der Systeme, wie ein Streifzug auf opensourcecms.com beweist. Jedes System ist am einfachsten zu bedienen, hat die meisten Features und hebt sich deshalb natürlich von jedem anderen System ab. Klar, dass die Wahl da nicht gerade leicht fällt. Auf der anderen Seite ist es natürlich sehr schwer sich aus der Masse herauszuheben, wenn am Ende jeder doch nur mit Wasser kocht. Das Rad lässt sich nicht mehr neu erfinden, dies gilt auch für CMS. Wer also das richtige System finden möchte, muss Geduld mitbringen und einige der auf opensourcecms.com angebotenen Live-Demos ausprobieren.
Es sind vor allem die unbekannteren Systeme die mich reizen. Unter ihnen findet man noch am ehesten Systeme, die sich auf das reine Publizieren von Inhalten beschränken. Allerdings sind es auch Projekte, die Gefahr laufen eingestellt zu werden oder völlig veraltet sind, wie ich an anderer Stelle bereits schrieb. Findet man Gefallen an einem System, kann sich dann schon mal schnell Ernüchterung einstellen, wenn Google als ersten Suchtreffer die Sicherheitslöcher ausspuckt, die das Script schon seit mehreren Jahren aufweist. Nach längerer Suche, auch in meinem privaten PHP-Archiv, fielen nun bislang folgende Möglichkeiten in eine engere Auswahl:
1. Website Baker
Ein System, welches mich durch seine Anpassbarkeit sehr beeindruckt. Nahezu alle Code- und Design-Bestandteile lassen sich im Administrationsbereich bearbeiten, was das Erlernen irgendwelcher Template-Engines beinahe überflüssig macht. Das System wirkt auf mich allerdings für solch ein eher kleines Projekt wie mein Radioarchiv etwas zu wuchtig und erfordert auch einiges an Einarbeitungszeit, um alle Konfigurationsmöglichkeiten kennen zu lernen. Ein schönes System zwar, doch so einfach, wie es angepriesen wird, ist es leider nicht. Trotzdem würde es mich reizen, damit mal eine Webseite zu “backen”.
2. phpSqliteCMS
Bisher mein Favorit. Sehr schlankes System, welches sich auf das Notwendigste beschränkt und trotzdem viele Möglichkeiten zum Veröffentlichen von Inhalten mitbringt. Als Datenbank wird Sqlite verwendet, man kann aber auch MySQL nutzen.
3. Cotonti
Ist das System, mit welchem ich auch das Serviceportal Radio gestalte. Zwar ein ausgewachsenes Community-System, allerdings sehr anpassbar und ich müsste nicht ein weiteres CMS erlernen und einrichten. Mit der kommenden Version 0.9 wird es möglich sein, nur die Bestandteile zu installieren, die man wirklich benötigt. Dinge wie Forum, Mitgliederbereich etc lassen sich dann ganz einfach ausschalten.
4. Selber basteln?
Ja, das wäre wohl auch nicht die schlechteste Lösung. Ein einfaches HTML-Gerüst mit ein wenig PHP garniert, fertig ist das Handmade-CMS. Und da ich meine Seiten auch in anderen CMS nur als HTML schreibe, wäre der Arbeitsaufwand wahrscheinlich nicht mal so viel größer. Allerdings… verdammt, das ist doch so was von 1.0!!!
5. Resignieren und das ganze Vorhaben bleiben lassen
Denn einen Sinn hat die Mühe eh nicht, wenn Suchmaschinen-Robots und Pillenverkäufer den Großteil der Besucher ausmachen und der Webmaster zwischen seinen ganzen anderen Projekten eh keine Zeit und Lust hat sich regelmäßig um die Seite zu kümmern. Aber dann erinnere ich mich an jene paar Besucher, die in all den Jahren den ein oder anderen freundlichen Kommentar hinterlassen haben und bringe es nicht übers Herz, die Seite ganz einzustampfen. “Steffens Radioarchiv” war außerdem eines meiner ersten Projekte, das ich je erstellt habe.
Für welche Möglichkeit ich mich am Ende entscheiden werde, wird sich nach einer Bedenkzeit zeigen. Denn erst mal kehre ich all dem ganzen Kram den Rücken und fahre für eine Woche gen Westen. Vielleicht hat sich bis dahin ja noch eine andere Möglichkeit ergeben, die sich mir derzeit noch nicht erschließt, weil ich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe…
