Wie ich ja bereits an anderer Stelle schrieb, plane ich gerade den Wiederaufbau meines Projektes “Steffens Radioarchiv”. In die engere Auswahl kam unter anderem das PhpSqliteCMS, welches das Rennen letztendlich auch gewonnen hat.
Viele Content-Management-Systeme unterscheiden sich zwar in ihren Einsatzmöglichkeiten, haben eines jedoch gemeinsam: sie sind auf maximale Konkurrenzfähigkeit ausgelegt und bringen viele Funktionen von Haus aus mit. Egal ob kleine oder große Webseite, jedes System möchte möglichst jeden Einsatzzweck ausreichend bedienen können. Doch die Bedienbarkeit und Effizienz solcher universellen Contentmanager stößt schnell an ihre Grenzen. Sei es, weil die Administration der Systeme einiges an Einarbeitungszeit kostet oder weil ein individuelles Seitendesign und die Eingabe von Inhalten das Erlernen einer eigenen Scriptsprache erfordert. Und so bekommt die Einfachheit und Vielfältigkeit vieler Systeme doch irgendwie einen üblen Beigeschmack. Systeme, die auf den ganz kleinen Bedarf abgestimmt sind, sucht man mittlerweile vergebens. Wer nur eine Homepage mit ein paar statischen Unterseiten benötigt, programmiert sie sich halt selber oder muss sich damit anfreunden, durch die Verwendung eines ausgewachsenen Contentmanagers mit der sprichwörtlichen Kanone auf Spatzen zu schießen.
Eines der wenigen Systeme, die es für den kleinen Bedarf noch gibt, ist phpSqliteCMS. Bereits beim Herunterladen des Installationspaketes merkt man, dass hier wirklich nicht viel unter der Haube steckt. Gepackt ist das Archiv nur wenige hundert Kilobyte groß, wo hingegen andere Systeme oft mit Größen jenseits der 2 MB daherkommen. PhpSqliteCMS ist hauptsächlich auf die Verwaltung statischer Inhaltsseiten ausgelegt. Es lässt sich aber auch dazu nutzen, um Newsseiten, RSS-Feeds oder Fotogallerien zu präsentieren. Wer mehr will, kann auch eigene PHP-Scripte in die Seiten einbinden. Gespeichert wird alles in der dateibasierten Datenbank Sqlite, was die Installation extrem einfach macht. Auspacken, hochladen, fertig. Durch die Verwendung der Datenbankschnittstelle PDO ist es aber auch möglich, das CMS in einer MySQL-Datenbank zu betreiben. Suchmaschinenoptimierer werden sich freuen, da das System durch die Verwendung von Mod_rewrite (die automatische Umschreibung von URLs) so genannte SEO-URLs, also suchmaschinenfreundliche Adressen generiert. Die Funktion Mod_rewrite ist jedoch abhängig von den Einstellungen des Webhosters und sollte vor der Installation des CMS nachgeprüft werden.
Nach dem erstmaligen Einloggen als Administrator sollte zunächst die Hauptkonfiguration sowie das Standardpasswort des Administrators geändert werden. Das Backend ist durch die wenigen Menüpunkte sehr übersichtlich und man gelangt schnell ans Ziel. Die wichtigsten Konfigurationsoptionen erklären sich von selbst. Wer mehr will, erreicht mit Klick auf “erweiterte Einstellungen” eine Seite mit allen verfügbaren Optionen. Diese sind jedoch weitgehend undokumentiert, sodass unerfahrene Benutzer Schwierigkeiten bekommen könnten. Wer noch mehr aus dem System herausholen möchte, kann auf der Optionsseite sogar eigene Variablen hinzufügen und sie für die spätere Auswertung bei der Inhaltsveröffentlichung in der Datenbank speichern.
Die Veröffentlichung von Inhalten ist sehr einfach gestrickt, da sie nicht im Administrations-Backend geschieht. Auf jeder beliebigen Seite lässt sich mit einem Klick das Formular zum Anlegen einer neuen Inhaltsseite aufrufen. Der Inhalt wird als HTML-Code eingegeben. Die Option Auto-Formatierung sorgt lediglich dafür, dass Zeilenumbrüche und Absätze automatisch erkannt werden. Wer eine intuitivere Oberfläche wünscht, kann einen so genannten Wysiwyg-Editor verwenden (What you see is what you get). Unterstützt werden die Editoren TinyMCE und FCKeditor, welche jedoch nicht im Installationspaket enthalten sind und separat heruntergeladen werden müssen.
Nach der Texteingabe lassen sich weitere Seiteneigenschaften wie z. B. Metatags, die zu erscheinenden Menüs, Typ der Seite oder die Einbindung in eine Übersichtsseite oder RSS-Feed festlegen, welche in verschiedenen Tabs angeordnet sind. Wer sich unsicher ist, wie die Einstellungen für einen bestimmten Seitentyp gesetzt werden müssen, findet zahlreiche, vorinstallierte Demoseiten zum Ausprobieren. Soll die neue Seite nach dem Anlegen im Seitenmenü auftauchen, muss sie im Administrations-Backend im Bereich “Menüs” entsprechend eingetragen werden. Da PhpSqliteCMS auf Mod_rewrite aufbaut, gestaltet sich auch dies sehr leicht und der Benutzer muss keine komplizierten Datei- oder Seitennamen mit Variablen eintragen. Aber auch hier gäbe es noch Verbesserungsbedarf; so könnte man beispielsweise optional die einzutragende Seite aus einer Dropdown-Liste wählen, anstatt den Seitenpfad manuell einzugeben.
Das Erscheinungsbild der gesamten Homepage ist in so genannten Templates organisiert. Allerdings beschränkt sich auch hier die Vielfalt auf das Nötigste und es gibt nur einen Vorlagen-Ordner zur Auswahl, den man seinen Wünschen entsprechend bearbeiten kann. Während andere Contentmanager eine eigene Theme-Engine mitbringen, die oft das Erlernen einer eigenen Scriptsprache zur Designerstellung erfordert, verzichtet PhpSqliteCMS auf umfangreiche Templateklassen und verwendet lediglich HTML und PHP in den Templates. Auch dies macht das gesamte Script sehr klein, da keine aufgeblähten Templateklassen wie z. B. Smarty verwendet werden, die für sich allein durchaus größer sein können als das gesamte CMS selbst. Es werden einige Bestandteile des Codes sogar ausgelagert. Die für Ajax-Funktionen verwendete Javascript-Bibliothek jQuery wird beispielsweise nicht auf dem Server des Anwenders ausgeführt, sondern extern bei Googles Api-Dienst aufgerufen. Wer das nicht möchte, kann natürlich auch den Javascript-Aufruf so modifizieren, dass jQuery auf dem eigenen Server ausgeführt wird.
Fazit: PhpSqliteCMS ist das perfekte System für Betreiber kleiner Homepageprojekte, die auf umfangreiche Community- und Web2.0-Funktionen verzichten können, dabei aber trotzdem den Komfort einer browserbasierten Inhaltsveröffentlichung genießen möchten. Aber auch wer mehr haben möchte kann das System durch eigenen Code relativ leicht erweitern, die entsprechende Kenntnis vorausgesetzt.

Ähm, irgendwie gibt’s den Artikel hier nochmal: http://webmasterzone.klangoblog.net/2010/11/05/review-phpsqlitecms/
Wer ist wer?
@Berthold: Ist beides mein Werk, da hat niemand geklaut.
Hallo Berthold,
sorry für die verspätete Antwort bei Klango, ich bekomme seltsamerweise von diesem Blog keine Benachrichtigung über neue Kommentare. Daher poste ich die Antwort auch mal hier hinein, eventuelle Antworten gibts dann auf jeden Fall schneller.
Zu dem Problem mit den Demoseiten: phpSqliteCMS arbeitet mit mod_rewrite. Alle URLs, die in der Adresszeile angezeigt werden, sind lediglich symbolisch und existieren in Wirklichkeit gar nicht. Es gibt also keinen Ordner “Demos”, dieser Pfad ist nur eine Umschreibung einer komplizierten URL wie index.php?id=xyz. Die Demoseiten selbst sind auch nur in der Sqlite-Datenbank gespeichert. Der Code für die Darstellung einer Newsseite ist unter /cms/includes/page_types zu finden, entweder in der Datei news.php oder simple_news.php für die einfache Newsansicht.
HTH
Steffen
Danke für den Post. Habe das CMS soeben ausprobiert, schön schnell!
Leider hat es nicht geklappt, PHP Snippets in die Posts einzubauen. Die wurden stets als HTML geparset